PoD-Erfahrungen

 

In eigener Regie
von Ulrike Linnenbrink (2000)

Es ist schon spannend! Nach ein paar Verlags-Veröffentlichungen springe ich nun einfach mal ins kalte Wasser. Ein schönes Gefühl: Ich mach das jetzt in eigener Regie. Titel und Inhalt bestimme ich selbst, das Cover-Layout auch, selbst wenn ich mir Hilfe für das Lektorat und die grafische Gestaltung geholt habe. Denn das war mir wichtig.
Zuerst habe ich also vor ein paar Wochen in den umfassend informierenden BoD-Seiten gestöbert. Dort findet sich alles, was man wissen muss, um ein solches Projekt in Angriff zu nehmen.
Im eigenen Manuskript übersieht man als Autor - ganz gleich wie routiniert man ist - manchen Fehler. In der Regel ist er so oft überlesen worden, dass man ihn im Hinterkopf bereits als "richtig" gespeichert hat. Wie peinlich wäre eine mit Flüchtigkeitsfehlern gespickte Veröffentlichung! (Teuer auch, wenn man in Dateien, die man einem Printing on Demand-Anbieter bereits geschickt hat, später noch mal ändern will.) Von daher ist es sinnvoller und kostensparender, das Ganze mit Ruhe anzugehen und gründlich zu arbeiten (bzw. arbeiten zu lassen).
Vom Layout eines guten Covers versteht ein Grafiker - oder zumindest jemand, der etwas von dem Metier versteht und sich im Gebrauch der entsprechenden Software auskennt - einfach mehr als ich. Also lasse ich ihn machen, erhebe aber Einspruch, wenn etwas meinen Geschmack nicht trifft. (Das z.B. geht nicht bei einem großen Verlag. Und da ich nicht nur Autor, sondern auch Leser, nicht nur Anbieter, sondern auch Konsument bin, weiß ich selbst ebenfalls, was mein Interesse anzieht, was mich anspricht, wo ich zugreifen würde.)

Für den Satz (also das Erscheinungsbild des Textes etc.) schaut man - z.B. auf der BoD-Seite - nach, wie genau man für welches Buchformat am besten formatiert. (Das wird dort an entsprechender Stelle bis ins Kleinste erklärt.) Außerdem sollte man unbedingt in "ganz normale" Bücher schauen, um zu prüfen, wie dort die Seiten angeordnet sind. Sehen, wo das Impressum hingehört und was man dort (mindestens) hineinschreiben muss. Leerseiten zu Beginn und am Ende möglichst nicht vergessen (das macht einen professionelleren Eindruck).
Vor den eigentlichen Text eine Seite schalten, die den Titel und den Namen des Autors enthält. Eine Widmung vielleicht noch dazwischen, ein Vorwort oder ein Inhaltsverzeichnis, ein Gedicht ... Ganz nach Geschmack. Im Anhang für die anderen eigenen Bücher oder die von Freunden - falls vorhanden - werben. Da kann man sich gegenseitig ein wenig unter die Arme greifen. Die Seitenzahl muss durch vier teilbar sein, ansonsten füllt z.B. BoD ohnehin mit Leerseiten auf. Verschenkter Platz eigentlich, dumm, wenn man ihn nicht nutzt.
Wichtig ist auch der Preis, mit dessen Höhe man auf einer der BoD-Seiten (Kosten und Verdienstmöglichkeiten) experimentieren kann. Ich habe mir dabei überlegt, dass ein preiswerteres Buch eher mal schnell nebenbei gekauft wird als eines, bei dem man lange grübeln muss, ob es im Moment die Haushaltskasse nicht doch zu arg strapaziert. Denn was hätte ich von einem Buch, an dem ich selbst zwar mehr verdiene, das anschließen jedoch kaum jemand kauft? Die Menge kann es auch machen. Also hielt ich meine "Gier" im Zaum und wählte einen möglichst geringen Preis.
Dieser Preis wird nun auf der Rückseite des Covers stehen - ebenso wie die ISBN-Nummer.
Ja, und dann ist es schön - wie in meinem Falle geschehen - wenn einem ein lieber Freund das Ganze ins PDF-Format transferiert. (Ich besitze ein entsprechendes Programm leider nicht.) Die beiden Dateien (eine für den Text, die andere für das Cover) habe ich schließlich auf eine Diskette überspielt, den Vertrag unterschrieben (den ich mir vorher natürlich zuschicken ließ - dafür gibt es bei BoD ein entsprechendes Formular), alles eingetütet und abgeschickt. Etwa zehn Tage später kam eine Bestätigung des Auftrages, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich mich in meiner Ungeduld noch auf etwa 4-6 Wochen einzurichten hätte.
Das ist der Stand der Dinge.
Und nun bin ich gespannt wie es weiter geht. Denn dass ich für die Werbung keinen finanzkräftigen Verlag im Rücken habe, sondern mich selbst darum kümmern muss, ist bei einem solchen Weg zum Buch selbstverständlich. (Obwohl ich aus Erfahrung leider sagen muss, dass die Verlage sich dabei auch nicht gerade die Beine ausreißen.) Bald ist es also so weit, und dann sind kreative Ideen gefragt. Ich arbeite daran ... ;-)


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