"BoD" macht den Autor zum Verleger, und zwar mit digitalen
Mitteln. Technisch gesehen gibt es keine Erstauflage (oder
zweite, dritte Auflage) mehr: Ein Book on Demand wird einmal als
Master DIGITAL erstellt und dann nur bei Bedarf gedruckt. Keine
überflüssigen Exemplare, keine Lagerung, immer die aktuellste
Version. Kurz gesagt: Man gibt eine Diskette ab, auf der in
digitalem Format das ganze Manuskript und auch das Cover sind.Davon wird ein Exemplar erstellt, das der Autor noch einmal auf
eventuelle Fehler durchsieht, dann erteilt er oder sie die
Freigabe und ab jetzt kann das Buch ganz normal bestellt werden.
Wenn für einen geringen Betrag eine ISBN-Nummer dazugekauft
wurde, sogar in jeder Buchhandlung und wie jedes andere Buch. Es
wird sozusagen über Nacht gedruckt und ausgeliefert.Die ausführlichsten Informationen über BoD, die Möglichkeiten und
die Kosten finden sich natürlich auf der Homepage von Libri Bod
(www.bod.de) selbst.
Book on Demand ist
kein Druckkosten-Zuschussverlag.
Das sind Verlage, die zwischen 5.000 und 50.000 DEM dafür
verlangen, dass sie ein Buch drucken. Man kennt sie aus Anzeigen
mit Titeln wie "Autor gesucht" (in der echten Welt ist es nun mal
meistens anders herum....) und leider gibt es nur sehr, sehr
wenig seriöse. Genau genommen habe ich persönlich noch nie von
einem solchen Druckkostenzuschuss-Verlag gehört, der den
ambitionierten Schriftstellern nicht nur eine Menge Geld
abknöpft - sondern dann auch noch professionelle Werbung,
Vertrieb usw. übernimmt und das dann auch noch mit Erfolg.
... kein E-Book
Electronic Books werden nicht gedruckt. Ein Book on Demand ist
ein richtiges Taschenbuch auf Papier mit einem farbigen Cover.
E-Books gibt es als einfache Variante (die Datei wird
beispielsweise als PDF-Datei für ein Lesen mit dem Acrobat-Reader
verkauft). Und es gibt sie, sehr viel professioneller, als
spezielle Datei für Lesegeräte. Hier können einige tausend
Buchseiten in ein Lesegerät eingeladen und dann wie ein echtes
Buch mitgenommen werden. Meist ist die Datei gesichert und kann
nicht einfach weiterkopiert, sondern nur auf einem einzigen Gerät
"verwendet" werden. Auf dem Markt der E-Books wird sich noch
einiges tun, zum Beispiel auch durch Software wie ContentGuard
von Xerox, das die limitierte Verteilung elektronischer Dateien
ermöglicht.
... kein Selbstverlag
Der Autor ist der Herausgeber - nicht der Buchbinder und Händler
mit dem klassischen Aufwand rund um die Herstellung und den
persönlichen Vertrieb von Büchern aus einem Lagerbestand - den
gibt es ja nicht. Ein Book on Demand Autor muss sich nicht selbst
mit Druckereien, Auflagenhöhen und Kalkulationen herumärgern,
besonders nicht, wenn sich der Erfolg eines Manuskriptes noch
überhaupt nicht abschätzen lässt. Druckkosten fallen nämlich
nicht an, das digitale Mastering ist für weit unter 1.000 DM
machbar. Das Marketing allerdings muss man eigenverantwortlich
realisieren, sonst wären die extrem niedrigen Erstellungskosten
nicht machbar.
... kein "Vanity Press" Buch
Der unschöne Ausdruck stammt von Autoren, die sich selbst als
"echte Schriftsteller" empfinden und lieber niemals gedruckt
werden, als selbst dafür zu zahlen. Diese nicht wirklich
gerechtfertigte Arroganz der oft ebenfalls nicht Erfolgreichen
rührt vor allem von jenen eifrigen Menschen her, die von ihren
umfangreichen belletristischen Werken so überzeugt sind, dass sie
per Druckkostenzuschuss eigene (teure) Bücher drucken lassen und
diese dann jedem unter die Nase halten. Und dabei rechnen sie mit
einem Weltbestseller - klar, dass da einige nur milde lächeln.
Bei einem BoD gibt es allerdings keine Stapel überzähliger Bücher
und im Normalfall wird die Öffentlichkeit von einem SCHLECHTEN
Buch nicht einmal etwas erfahren. Wo also ist da das Futter für
die "Vanity" (Eitelkeit) ?
... kein verzweifelter Versuch eines erfolglosen Autors
Im Gegenteil - zu einer Vermarktung als eigener Verleger gehört
viel mehr, als nur zu herumzusitzen und staunend zuzusehen, wie
die Profis der Marketingabteilung eines echten Verlags (in den
allerersten Wochen) die Werbung für ein neues Buch übernehmen.
Wenn Sie also überhaupt von der Existenz eines bestimmten "BoD"
erfahren, heisst dies: Zumindest einen weiteren potentiellen
Leser hat der Autor schon mal erreicht - oder sind Sie etwa nicht
das richtige Zielpublikum für Bücher?
... kein "finanziertes" Buch
Eine einfache Methode, eine Anthologie zu finanzieren, ist das
Einsammeln eines Geldbetrags von jedem der hoffnungsvollen
Autoren, die einen Beitrag geleistet haben. Der Verlag hält sein
Finanzrisiko klein (und muss also auch nicht sehr dringlich
werben, um die Kosten der Herstellung durch den Verkauf wieder
einzufahren....). Das kann durchaus Sinn machen - aber ein BoD
ist was anderes. Nämlich ein so geringes Finanzrisiko, dass
keiner in Vorleistung treten muss, der ohnehin schon die Arbeit
gemacht hat ... von der dann (grösstenteils) ein anderer, nämlich
der Verlag, profitiert.
... keine "Druckerei" bzw. kein Ersatz für klassische Druckereien
BoD einfach als eine Form von preiswerter Druckerei zu betrachten
ist eine komplette Unterschätzung. Druckereien kümmern sich
nämlich nicht um ISBN-Nummern, veranlassen keine Listung im VLB
(Verzeichnis Lieferbarer Bücher) und bei Libri. Sie liefern nicht
innerhalb von 2 bis 3 Tagen aus. Der Druck kostet ein Vielfaches,
es gibt schon aus Kostengründen Mindestauflagen - bei BoD nicht.
Langfristige Verfügbarkeit kann von einer Druckerei ebenfalls
nicht garantiert werden und die Abwicklungsphasen sind ohnehin
sehr viel länger. Ausserdem wickelt eine Druckerei keine
Kundenbestellungen im Auftrag ab, und schon gar nicht für
Deutschland, die Schweiz und Österreich frei Haus. Mal abgesehen
davon, dass man zu Recht stolz darauf sein darf, ein Book on
Demand eigenständig abzuwickeln, während nun wirklich jeder zu
Meiermüller&Co laufen und einfach eins drucken lassen kann. Ab
einer hohen Auflage (im fünfstelligen Bereich) allerdings rechnet
sich eine Druckerei eher als Publishing on Demand.
... kein unprofessionelles Bastelbuch
Die Technik hinter BoD ist vom Feinsten, man kann aus
verschiedenen Papiersorten auswählen und auch verschiedene
Grössen stehen zur Verfügung. Das Ergebnis ist ein echtes
Taschenbuch mit laminiertem Deckel. Optisch kann das Design
natürlich immer nur so professionell sein wie die vom Autor
eingereichten und selbst vorbereiteten Dateien - mit Personal
Computern stellt das aber eigentlich kein Problem dar. Falls
doch, investiert man eben noch ein paar Mark in einen Profi -
Bücher produzieren macht Spass, es findet sich sicher jemand.
auch für das Lektorat.Copyright 2000 by Carola Heine
Siehe auch: Fragen und Antworten (BoD/Libri)