Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Mein ganz privates Anti-Sekten und Anti-Direktvertriebsprogramm. Als Translater würde ich den Kriminalroman benutzen, weil der auch von den meisten Leuten gelesen wird.
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Ich schreibe seit ich es kann, also seit ca. 45 Jahren. Es fällt mir einfach leichter Dinge zu schreiben als verbal zu beschreiben.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
Ich schreibe für eine regionale Zeitung, den Schmachtendorfer Anzeiger als verantwortlicher Redakteur (Auflage 11.000) sowie für die Betriebszeitung des Vertrauenskörpers der IG Metall "Zukunft Stahl" der ThyssenKrupp Stahl AG in Duisburg. Außerdem habe ich einen Krimi veröffentlicht, "Regen über Tschernobyl" der die Unwägbarkeiten und Risiken der Atomkraftnutzung aufs Korn nimmt und dabei die Machenschaften der Plutoniummafia aufdeckt. Außerdem habe ich noch etliche Fachveröffentlichungen im Bereich Arbeitsschutz, Brand- und Explosionsschutz für die Management-Akademie in Essen, bei der ich auch als Dozent arbeite, hinter und vermutlich auch noch vor mir.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Das erste mal hatte ich ca. 350 Absagen, davon 300 vorgefertigt., ca. 50 unseriöse Angebote mit z.T. horrenden Druckkostenbeteiligungen und bei zwei verlegern hatte ich nachdem ich sie besucht hatte, kein gutes Gefühl. Die Nummer 434 hat dann gewonnen, bei dem habe ich verlegt.
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Lesen Sie es und urteilen Sie dann. Das Buch spricht für sich selbst. Entweder es gefällt Ihnen oder es gefällt Ihnen nicht!
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Ja, weil kritische Stimmen, zu Problemen unserer Zeit, dargeboten in unterhaltsamer Verpackung rares Gut auf dem Büchermarkt sind.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Die Arbeit des Autors ist mit dem letzten Durchsehen und Freigeben der Seiten zum Druck beendet. Bis auf obligatorische Presse- und Buchvorstellungstermine is work finished. Eine finanzielle Beteiligung käme für mich niemals in Frage, da könnte ich ja gleich selbst zum Verleger werden.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Keinesfalls, denn der hat seinen Gewinn ja schon gemacht, warum sollte der Verlag sich denn noch anstrengen? Drei Dumme/Tag und der Rubel rollt.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Nein, denn dann hätte ich keine Zeit mehr für meine Familie und mich.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Kann ich kein Urteil drüber abgeben, nur so viel. Die kleine Druckerei um die Ecke machts auch nicht teurer.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Lektorat ist immer wichtig. Abgesehen davon, dass man über seine eigenen Fehler immer hinwegliest, auch logische Fehler werden von anderen schneller erkannt und für Tipps und Anregungen sollte man als Autor und auch sonst im Leben immer ein oder besser noch zwei offene Ohren haben.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Sehr wichtig, denn dies sticht dem potentiellen Käufer als erstes ins Auge. Bei einem hübschen Mädchen oder Jungen ist fast immer das Äußere der erste Aufmerksamkeitsmoment, erst dann beginnt man sich für die inneren Werte zu interessieren.
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
Paperback hat die magische Grenze von 9,90 Euro für mich und mein erstes Buch hat 380 Seiten, mein zweites ähnlich viele.
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Beim ersten Tschernobyl-Buch hatte ich alle Adressen von Buchläden im Umkreis von 50 Kilometern rund um Atomkraftstandorte herausgesucht. Am Wohnort wurde die gesamte Presse und das Lokalradio in der größten Filiale der Stadtbücherei eingeladen. In der Gegend um unsre Stadt herum wurden zahlreiche Lesungen veranstaltet. So stelle ich mir es vor.
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