Antworten: Rihno Rhinozeros


Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?


Ich will ihnen gar nichts mitteilen. Jeder kennt bzw. sollte seine eigenen Stärken kennen - ergo: ich will vordergründig gesehen unterhalten, auf eine skurrile Art und Weise;Das heißt, eigentlich sehe ich mich fast lieber als einen schreibenden Märchenerzähler. Wenn jemand daraus sog. "Lebensweisheiten" ableiten kann, dann umso besser.

Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)

Seit Chios 1988. Angefangen hat das Ganze - und so gesehen bin ich ihm auch dankbar dafür - mit dem Herrn Unmensch. Also wie gesagt begann schon damals auf Chios alles oral und wurde nach und nach zur Schrift.

Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)

Einige! Und die fanden mein Geschreibe höchst merkwürdig und in dieser Form eigentlich wirklich neu. Natürlich gibt es wahrscheinlich, nein sicher, sogar viele andere, die damit überhaupt nichts anfangen können - sollen die sich halt im Intellektualismus verlieren.

Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?

Nein, bin mir darüber noch nicht im Klaren ob ich das auch machen sollte. Und wenn muss ich mir den Verlag schon sehr genau ansehen. Denn wie schon zuvor erwähnt, ist mein Stil nicht für "Jedermann" und das wissen die Verlage natürlich noch besser - am besten aber weiß ich das selbst. Also: Erstens würde ich Zeit verschwenden, zweitens bestünde doch die durchaus reele Gefahr, dass ich mich ärgern würde, über die Verlage - und zwar maßlos. Und drittens ...... (bitte hier selbst einen Grund einfügen!)

Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)

Ich glaube anhand dessen was ich bis jetzt gesagt habe, kann man sich wohl schon ein Bild von mir und meinen Arbeiten machen.

Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)

Ich meine, wenn ich nicht daran glauben würde, wozu schreibe ich dann? - Als reine Beschäftigungstherapie!? - Damit das nicht allzu überheblich rüberkommt: Nicht alles, vor allem älteres Material von mir, ist wirklich brauchbar. Aber das geht wohl auch anderen Autoren so.

Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)

Ich meine, wenn ich eine derartige Absicht hätte, dann würde wohl Geld - eine nicht wirklich wesentlich Rolle spielen. Ich kann mir schon vorstellen, dass so mancher mit dem Wunsch sich gedruckt zu sehen, sich finanziell haarscharf nahe an einen ruinösen Abgrund gebracht hat. Ich denke, in der heutigen Zeit gibt es neben der klassischen gedruckten Buchform genug andere Möglichkeiten Öffentlichkeit herzustellen. Soviel Geld auszulegen, damit ichs dann dem Papi, oder der Freundin schenke bzw. der Rest der Auflage daheim zum Staubfänger wird, nein das muss nicht sein! Da kann ich das Geld besser gelich in wohlduftenden Rauch aufgehen lassen!

Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?

Da kann man wohl nichts veralgemeinern! Ich denke, ein Verlag der an meinen Werken interessiert wäre aber gleichzeitig von mir Kohle verlangt, der wird wohl nicht so betucht sein, um eine irre PR-Arbeit zu leisten! Abgesehen davon, ist das wirklich wünschenswert? Bzw. will man sich so vor einen derartigen verkommerzialisierten Karren spannen lassen?

Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?

Wenns ein halbwegs ernsthaftes Unterfangen darstellt, dann unbedingt. Ist auch auf lange Sicht gesehen auch irgendwie meine Absicht! Aber das soll nicht bedeuten, dass ich nur deshlab Verleger werde, um mein Buch herausbringen zu können, weils andersrum nicht geht. Ich meine, ich werde auch nicht gleich Priester, nur weil ich vielleicht einmal beten will!

Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?

Tja, wie ich irgendwie schon sagte: Was ist die Absicht hinter solchen Projekten! Steckt dahinter künstlerische Impotenz, dann gereicht BoD und dergleichen im besten Fall zur Masturbation, und ist halt im besten Fall nur für sich selbst befriedigend! Wenn man das aber irgendwie als eine Art Sprungbrett sieht, dann macht es schon Sinn. Natürlich muss man an dieser Stelle selbstverständlich auch die Verleger/Verlegerinnen mal kräftig an der Nase packen. Wie ergeben sich wohl die "goldenen W´s" der ganzen "Verlegerei"?! - "Warum wird das Werk XY verlegt und wozu und wer muss darüber schwafeln, damits von wem dann gelesen wird!?

Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?

Wenn der Lektor richtig lesen kann, dann hat es Sinn. Wenn er versteht, was der Autor will. Wenn es jedoch um eine allgemeine Geschmacksbegradigung im Sinne einer Einheitsgeschmacksrichtung geht, dann besser mein eigener "Wildwuchs".

Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?

Zum Layout: Man sollte es lesen können. Das Cover finde ich höchst wichtig und darauf sollten auch die großen Verlage mehr Wert legen. So wird dann ein Buch eher zum "Gesamtkunstwerk" und hat im Zeitalter der elektronischen Medien auch weiterhin seine Lebensberechtigung. Denn mir geht es eben so wenn ich ein Buch kaufe: Ich genieße es in der Hand zu halten, und dabei fällt mein Blick selbstverständlich auf den Buchdeckel und weiters will ich es auch riechen - ja, so eigenartig es auch klingen mag. Also irgendwie schon eine sehr erotische Beziehung! Deswegen glaube ich,dass das Buch immer seinen Platz behalten wird. Also die Optik ist neben der Zweckmäßigkeit schon wichtig.

Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?

Das ist im Grunde genommen immer nur dieselbe Frage, um die es sich dreht: Das Ökonomische und das ruiniert doch auch das ganze Buchgeschäft. Ich denke, dass die Taschenbücher schon recht günstig sind, doch könnte man da sicher noch mit dem Preis runter gehen - auch wenn meinetwegen die sog. Ausstattung dann nicht wirklich top wäre Wohlgemerkt, billig muss nicht gleich geschmacklos und lieblos gemacht sein. Wer dann das schöne Hardcover in die gutbürgerliche Bibliothek stellen will, soll das auch können - wenn er auch dafür mehr auslegen muss. Konkret geantwortet: Etwas weniger als die derzeit verlangten Preise für ein adäquates TB.

Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?

Am besten ist in meinem Fall noch Mundpropaganda. Aber bei all diesen Fragen kommt ja doch immer wieder zur Mutter aller Fragen hinsichtlich des kompleten Verlagswesen zurück: Was ist es, was diese Verlagswelt in ihrem Inneren zusammenhält? Ich finde sowieso dieses ganze Advertising in LIteraturzeitschriften und dergleichen mehr als nur unverdaulich. Ich denke, es sollte andere Wege gefunden werden, bzw. sollte in gewisser Weise eher ein Buch seinen Leser finden, als der Leser ein Buch. Denn dergestalt geht die ganze Angelegenheit eher weg vom Kommerz zu wirklich "geistigem Eigentum!"


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