Antworten: René
Hemmerling
Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Das kommt ganz auf das Buch an, welches sie von mir in den Händen
halten. Bei Fantasy oder Science-Fiction Büchern, möchte ich den Leser
einfach nur in die Welt ihrer Phantasie entführen und Emotionen in
ihnen auslösen. Ich möchte Welten vor ihren inneren Auge erschaffen,
bei denen sie die Wirklichkeit vergessen können. Bei Satirebücher
schwingt dagegen immer der bittere Geschmack der Realität mit, auch
wenn es sich "nur" um Nonsens handelt. Schön ist natürlich immer, wenn
der Leser nebenbei das ein oder andere Wissenswerte erfährt, ohne ein
Fachbuch in den Händen zu halten. Mein Weg dürfte offensichtlich
geworden sein. Ich schreibe Romane und Kurzgeschichten.
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Mit dem Schreiben began ich mit 14 oder 15. Damals waren es
hauptsächlich Liedtexte und Gedichte. Was zu lang dafür war, habe ich
beiseite gelegt. Nachdem ich Ende der 90er die Gitarre an den Nagel
gehängt habe, schreibe ich wieder intensiver. Genug Material hatte sich
in der Zwischenzeit ja angesammelt. Irgentetwas kreatives habe ich
schon immer gemacht. Sei es die Malerei, die Musik oder das Schreiben.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
Ja viele Leute. Publikum auf Lesungen und Kritiker. Veröffentlicht sind
bisher: "Das Universum ... und von allem ein bisschen" und "Ein selten
blödes Märchenbuch". Demnächst folgen weitere Veröffentlichungen.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Das Manuskript meines ersten Buches habe ich, nachdem ich schon bei
einen Druckkostenzuschussverlag unterschrieben hatte, an die "großen"
Verlage die Belletristik veröffentlichen geschickt. Nur um zu sehen was
passiert. Bin nämlich in Sachen Verlagssuche ziemlich faul. Habe mich
letztendlich geärgert, da, neben vorgedrucken Absagen, auch Interesse
angemeldet wurde.
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Eine Privatperson würde ich nicht extra ansprechen. Da bin ich viel zu
bescheiden. Nur wenn Interesse besteht, würde ich ganz einfach
erzählen, worum es in den Buch geht. Einem Verleger würde ich sagen:
"Du willst Geld verdienen? Ich bin dein Sechser im Lotto, mit
Zusatzzahl. Deine Sofortrente. Du willst mein Manuskript rausbringen
und eine Verkaufszahl erreichen, die höher ist als die der Bibel? O.k.,
dann lass uns ein Vertrag über fünf Bücher machen. Und denk dran, wenn
du es nicht tust, tut es ein anderer!" So oder so etwas ähnliches würde
ich sagen, um dann entweder höflich aufgefordert zu werden das Zimmer
zu verlassen oder meinen Wilhelm auf die gestrichelte Linie zu setzen.
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?) - Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Was wäre ich für ein schlechter Verleger, wenn ich nicht alle
Möglichkeiten, die ich als Verleger habe, ausnutzen würde um mich als
Schriftsteller zu profilieren.
Ausgeben: So wenig wie möglich, bei so hoher Quallität wie möglich.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Mein erstes Buch habe ich dummerweise über einen
Druckkostenzuschussverlag veröffentlicht. (Obwohl ein "normaler" Verlag
Interesse gezeigt hatte.) Mit deren Slogan "Verlag sucht Autoren" hatte
ich ehrlich gesagt auf mehr Unterstützung in Sachen Werbung gehofft,
als nur auf zwei Messen ausgestellt und einer Handvoll ausgesuchten
Buchläden angeboten zu werden.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Bei Gewinnaussichten und finanziellen Rückhalt, lieber früher als
später.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Sehr viel. Kosten und Gewinne sind klar überschaubar. Man kann selbst
entscheiden, wie viel Hilfe man in Anspruch nimmt und was man verdienen
möchte.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Ein Lektorat halte ich immer für sinnvoll, da vier Augen mehr sehen als
nur zwei. Was für mich aber noch interessanter wäre, ist die Meinung
zum Gesamtprodukt zu hören. Ob man dann auf "Verbesserungs"-Vorschläge
eingeht ist eine andere Frage.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Das Layout des Satzes und besonders des Covers halte ich für sehr
wichtig. Man bleibt doch eher vor einem Buch stehen, wenn es ein gut
gemachtes oder auffälliges Cover hat, als vor einem einfabigen
Buchdeckel auf dem lediglich Buchtitel und Autorenname stehen.
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
Zwischen 5,00 und 12,00 Euro
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Ich kann mir Werbung in allen Medienformen vorstellen. Der Idealfall
wäre natürlich eine Marketingmaschinerie wie sie hinter den
Potter-Büchern steht. Da tritt die Quallität des geschriebenen zwar in
den Hintergrund, aber man muss ja schließlich auch von irgend etwas
leben. Aber leider scheißt ja der Teufel bekanntlich nur auf einen
großen Haufen. Von daher werden den meisten Schreiberlingen, wie auch
mir, nichts weiter übrig bleiben, als sich an Zeitungen und
Zeitschriften zu wenden, im Internet auf seine Arbeit aufmerksam zu
machen (z.B. indem man Fragebögen ausfüllt) und Lesungen zu geben.
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