Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen
Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Vor allem mit aktuellen Themen, zeitkritischer Belletristik beschäftige
ich mich, habe bisher Kurzgeschichten und zwei Romane geschrieben
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon "
schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Seit 1992. Habe mich zuerst in die Welt der Fremdsprachen, dann in die Logik/Systemanalyse
verirrt, aber das ist eine lange Geschichte.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn
das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt
es schon Veröffentlichungen von dir?)
Ja, siehe VLB, amazon.de, BoD.de u.a.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt?
Und? Was ist passiert?
Natuerlich habe ich zu Anfang die typischen Fehler mit den immer gleichen Erfahrungen
gemacht. Nach zwei Jahren fand ich meinen ersten Verleger (einen mit Druckkostenzuschuß).
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem
schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein
Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der
Schublade hast.)
Egal, ob du meinen Roman "Siebzehn Monate bis Chuchubi" gelesen
hast oder nicht, das ganze Rätsel um Chuchubi wird erst in meinem neuen
Werk aufgelöst.
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein
eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Natürlich ..., sonst käme ich nicht auf die Idee, dass andere Menschen
das lesen sollen, was ich schreibe.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest
du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand
halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest?
(Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Für meine beiden Erstwerke habe ich die Hälfte der Druckkosten der
1000er Erstauflagen bezahlt. Als R.G.Fischer für meinen ersten Roman 30.000
von mir haben wollte, habe ich mich von dem ganzen beschissenen Literaturbetrieb
verabschiedet.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir
Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung
deines Buches stark macht?
Mein Erstverleger hat sich nach seinen Möglichkeiten sogar echt bemüht.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen:
Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Bei BoD bin ich es inzwischen geworden.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B.
BoD)?
Die Idee ist gut, für unbekannte Autoren schon eher finanzierbar. BoD wird
nur mit dem Ansturm nicht fertig, hat noch zuviel Sand im Getriebe und ist auf
dem Weltmarkt ohne Chance, weil hoffnungslos überteuert.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest,
es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst
du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Lektorat muss sein... aber bitte niemals wieder durch einen Literaturwissenschaftler.
Ich lasse Freunde Korrektur lesen. In den Inhalt und Stil redet mir niemand
mehr rein.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes
und des Covers?
Solange sich meine Bücher wegen ihrer Inhalte verkaufen oder, weil ich
sie geschrieben habe, ist das weniger wichtig. Dennoch denke ich, dass mein
eigenes erstes Layout nicht schlecht war, obwohl es nur meine eigene Arbeit
gekostet hat (siehe BoD.de)
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben,
wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
Heute nur noch 105 US$ (50 für das Buch und 55 für die internationale
ISBN, die den Vorteil hat, daß ich mich nicht um den Titelschutz kümmern
muß)
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Anders als alles, was bislang passiert ist. Ich weiß aber, daß ich
mich selbst um jede Marketing-Chance bemühen muß
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