Antworten: Ralf Heinsohn
Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Sachbücher habe ich schon mehrere geschrieben. Ich würde es gern mit einem Roman versuchen, doch meine Versuche halten meinen eigenen Qualitätsvorstellungen bisher nicht stand.
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Mein erstes Buch, ein Sachbuch, habe ich als Schüler geschrieben. Natürlich wollte es kein Verlag haben. Aber bei der Recherche habe ich verdammt viel gelernt.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
Später habe ich mehrere Sachbücher zu anderen Themen veröffentlicht.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Bei allen Büchern hatte ich jeweils die Autorenverträge schon vor Fertigstellung des Manuskripts in der Tasche. Ein Buch ist sogar als regelrechtes "Auftragswerk" des Verlags entstanden.
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Meine Bücher sind leicht verständlich, umfassend recherchiert und "Durchlesebücher". Auch beim Sachbuch darf der Spaß am Lesen nicht zu kurz kommen.
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Ja, sicher!
Warum? Siehe Punkt 5.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Das hängt vom Buch ab. Meines Erachtens sind manche meiner Bücher zu billig. Das im Sommer 2006 bei BOD erscheinende Buch wird jedenfalls 30 EUR kosten. Und das ist es auch wert. Was billig ist, kann auch in den Augen des Käufers nichts taugen.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Das glaube ich kaum. Schon "normale" Verlag tun sich da sehr schwer, wenn ein Titel z.B. nicht 100%ig in das normale Portfolio des Verlags passt.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Ja und nein. Ich würde den Vertriebsaufwand niemals unterschätzen.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Das kann für Autoren eine sehr belebende Wirkung haben. Als Autor kann ich dort die Vermarktung aktiv mitgestalten, ohne mich um die Vertriebsdienstleistungen kümmern zu müssen.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Ein Lektorat ist unbedingt sinnvoll, weil man immer jemanden als "Coach" braucht. Und das sollte jemand sein, der auch mal Kontra gibt - also besser nicht der Partner/die Partnerin. Und wenn man schon selber keine Ahnung von Rechtschreibung hat, dann sollte der Lektor sie wenigstens haben.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Ich komme aus dem Medienbereich, da fällt mir die Antwort leicht. Leider sind viele On-Demand produzierte Titel handwerklich nur laienhaft gemacht. Das bringt das ganze Konzept in Misskredit! Ich will es mal arrogant ausdrücken: Wer keinen Mac hat und nicht weiß was QuarkXPress oder InDesign sind, sollte die Finger davon lassen. Mit Word unter Windows kann man zwar als Autor, aber nicht als Grafiker professionell arbeiten.
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
15-20 EUR
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Da ich bei BOD ein Sachbuch mit regionalem Bezug produziere, stellt sich das für mich ganz klar da:
- Direktansprache aller regionalen Buchhändler (Serienbrief, E-mail, Besuche)
- Pressearbeit in der Fach- und Regionalpresse
- Ansprache von Vereinen und Webseitenbetreibern in der "Szene"
- meine eigene Webseite (deren Einfluss ich aber eher gering einstufe)
- die Werbeaktivitäten sollten ihre volle Wirkung zum Weihnachtsgeschäft entfalten
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