Antworten: Maren Winter
 

 

Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?

Verschiedene Wege führen zu verschiedenen Zielen.
Bücher bleiben, man kann sie öfter zur Hand nehmen, nachschlagen und das eigene Lesetempo bestimmen. Wann und wo Bücher gelesen werden, entzieht sich allerdings der Einflussmöglichkeit des Autors, das kann entspannt im Sessel vor dem Kamin geschehen, aber genauso gut gestresst in der Straßenbahn mit dem ständigen Blick auf die nächste Haltestelle.
Theaterwirkung ist dagegen kontrollierbarer, alle Zuschauer befinden sich im gleichen Raum, Musik, Licht und Szenenbilder können die Stimmungen unterstützen. Aber wenn der Schlussapplaus ertönt ist dieses Erlebnis unwiederbringlich vorbei.
Romane wähle ich für komplexere Themen, die Muße zur Entwicklung brauchen, Theaterstücke eher für knappere Aspekte eines Themas,
und wenn es um ganz persönliche Gedanken geht, schreibe ich Briefe.

Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)

Nein ich musste nicht schon immer schreiben, ein ausgeprägter Gestaltungswille war allerdings vorhanden, solange ich denken kann. Daher tobe ich mich je nach persönlichem Entwicklungsstand in unterschiedlichen Medien aus.

Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)

Ja, gibt es. Ein historischer Roman ist auf dem Markt, der zweite in Arbeit.
Mehr dazu unter http://www.maren-winter.de

Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?

Auch das habe ich getan.
Von zehn Verlagen waren zwei interessiert und ein dritter ist es dann geworden.

Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)

Die Wortwahl richtet sich nach dem Gegenüber, nach der Zielgruppe.
Inhaltlich würde ich wiedergeben, was mich selbst an dem Thema so sehr fasziniert, dass ich bereit bin, mich monatelang damit zu beschäftigen.

Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)

Wenn das Manuskript mir gefällt und in mein Programm passt würde ich es sofort kaufen.

Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)


Für Experimente, die mir am Herzen liegen, und wenn der Kreis der Interessierten zu klein für Verlage, aber zu groß für persönliche Kopien ist würde durchaus bis zu 300 Euro ausgeben.
Meine Lieben beschenke ich aber hoffentlich eher nach deren Vorlieben, und nicht mit den Ergebnissen meines Ruhmbedürfnisses.

Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?

Warum sollten sie?
Möglicherweise gibt es ein paar vereinzelte Literaturenthusiasten unter diesen Verlagen,
und kleine Fachverlage mit ausgewählter Zielgruppe können manchmal ohne Zuschuss der Autoren überhaupt nicht veröffentlichen.
In anderen Fällen würde ich die Finger davon lassen.

Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?

Nur, wenn ich Gelegenheit habe, mich direkt an die Zielgruppe zu wenden,
z.B. ein Buch mit Songtexten, das bei Konzerten eines Liedermachers verkauft werden kann.

Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?

Wie gesagt, als Liebhaberei betrieben, für Experimente oder Kleinodien in begrenzter Auflage könnte ich mir diesen Weg vorstellen.

Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?

Fehlerkorrektur ist immer sinnvoll, für ein eigentliches Lektorat würde ich mir den Lektoren selbst auswählen.

Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?

Je nach Inhalt können Layout und Cover den Erfolg ausmachen. Bei Fachliteratur sind Äußerlichkeiten aber weniger wichtig alsder Name des Autors.

Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?

Es darf den marktüblichen Preis nicht übersteigen.
150 Seiten Vierfarbkunstdruck sind natürlich teurer als 150 Seiten reiner Text.

Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?

Ich wünsche mir natürlich die professionellste Werbung die ich bekommen kann, interessante Verlagsvorschauen, Präsenz in allen Online-Buchhandlungen, begeisterte Verlagsvertreter die eifrig Buchhandlung abklappern..., je höher die finanziellen Vorleistungen des Verlages, desto höher wird auch der Werbeetat sein, einen teuren Flop kann sich niemand leisten.
In eigener Regie setzte ich kleine Hinweise unter alle Mails und Briefe, betreibe eine Homepage, lasse hier und da ein paar Lesezeichen fallen und versuche Rezensionen in Lokalzeitungen und Fachpresse zu bekommen.



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