Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Ich möchte einfach nur, das meine Leser den Alltagsstress vergessen und sich mit Hilfe meiner "Romane" in eine andere Welt flüchten können. Sei diese so wie man es gerne hätte, da ich viele verschiedene Sachen fähig bin zu schreiben.
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Seit meiner Schulzeit. Mein Deutschlehrer riss mir förmlich die Schularbeitshefte aus der Hand, weil ich nicht aufhören konnte. Also schrieb ich halt zu Hause weiter.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
Wenn ich sage, daß ALLE Freunde, Verwandte, Bekannte oder wer auch immer
meine Schreiberei als sehr lesenswert befunden haben, würde es vielleicht
arrogant klingen. Aber es ist tatsächlich so. Ich bekam immer großes
Lob und einige Hinterntritte, endlich etwas zu veröffentlichen. Mein Bruder
meinte einmal: "Wow.Echt super.Aber:"
Dieses ABER gab mir keine Ruhe und ich quälte: "Aber was?"
"Na hast kein Rechtschreibfehlerprogramm?"
Naja. Meine Finger sind manchmal schneller, als ich auf dem Bildschirm lesen kann...
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Ja, vor 10 Jahren etwa. Die Antwort war:
Man könne aus der Geschichte etwas machen, aber der Verlag würde nur
Schulbücher publizieren.
Das war ehrlich gesagt auch meine Schuld, da ich damals mit null Ahnung mein
Buch irgendwo hingeschickt hatte. Hauptsache es war ein Verlag und das in meiner
Nähe.
Ich war sauer, stinkewütend und wollte nie wieder etwas wegschicken.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, könnte ich eigentlich schon 10 Jahre
lang, eine erfolgreiche Autorin sein.
Aber mein Stolz war damals stärker als mein Gehirn.
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Das kann ich hier leider noch nicht schreiben, da ich auf eine Marktlücke gestossen bin und es da etwas gibt, worauf noch niemand gekommen ist. Ein neues Leseerlebnis. Man wird noch davon hören... (Es ist ja noch nicht ganz fertig und auch nicht urheberrechtlich geschützt)
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Eben weil es neuwertig, einmalig, spannend durch und durch ist.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Meine Schmerzgrenze ist finanziell so niedrig wie möglich zu halten. Dafür
erscheinen mir dann auch niedrigere Tantiemen plausibel. Wenn alles gut läuft,
dann rennt sowieso alles ganz von alleine.
Für mich ist die WERBUNG das allerwichtigste. Aber ich finde es schade,
das man sich immer selber darum kümmern muss und das ist das teure daran.
Wenn die Werbung gut ist und man sie überall sieht, erweckt man die Neugier
im Menschen. Und dann muss man es einfach haben. Aber ohne Werbung - kein Verkauf.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Ich denke das ist von Verlag zu Verlag verschieden. Da kann ich leider nicht
mitreden, da ich niemals zu einem Druckkostenzuschuss Verlag gegen würde.
Ich habe ja keinen Goldesel zu Hause.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Jein. Einerseits möchte ich einfach nur die Bücher abliefern und
den Rest anderen Leuten machen lassen. (Arbeitsplatzbeschaffung) :-)
Andererseits wäre es sicher eine neue Herausforderung. Aber für die
Werbung muss ich mich ja sowieso kümmern.Das ist zeitaufwendig genug.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Habe es noch nie ausprobiert. Zum ersten wäre es sicher eine billige und
sofortige Lösung das Buch schon bald in den eigenen Händen zu halten.
Andererseits: Braucht der Erst-Autor nun mal einen Lektor für Verbesserungen
der Rechtschreibung und sogar vielleicht auch wegen Ungereimtheiten in der Geschichte
selbst, was einem "Anfänger" vielleicht nicht auffällt.
Das ist wiederum teuer. Außerdem bin ich mir noch nicht im klaren darüber
wie ein Book on Demand Vertrieb punkto Grafik und Cover sagen kann: "Okay,
wenn sie es so haben wollen?!"
1.) Was ist wenn mir jemand das Cover vom Buch klaut, es verändert und
sich auf das eigene Buch schmeisst?
Wie ist das rechtlich geschützt?2.) Das Cover muss a
uch dem Kunden ins Auge stechen oder zumindest interessant wirken. So wie der
Titel. Wenn ich mir einen Titel nehme wie Hatschi Bratschi kann man nicht einfach
sagen "O.K. das
nehmen wir"
Es gibt ein Titelverzeichnis wo man nachsehen lassen kann, ob der jeweilige
Titel- den man sich vorstellt- noch verfügbar- oder bereits schon vergeben
ist. Macht das BoD??
Außerdem muss es wiederum ein Ohrwurm für den Kunden sein.
Ich bin eigenltich gelernte Köchin und das kann man wunderbar vergleichen:
Würen Sie etwas essen was ich ihnen ohne Herz auf das Teller knalle? Genauso
ist es mit dem Buch.
Aufmachung, Titel und die erste Seite im Buch und die Kurzbeschreibung auf der
Rückseite sind entscheidend dafür, ob der Kunde das Buch kauft. Natürlich
wenn er weiss, das es das Buch überhaupt gibt. Wie gesagt. Ohne Werbung
gehts in die Hose.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
JA NATÜRLICH WÄRE EIN LEKTORAT SINNVOLL!
Vielleicht auch sogar lebensrettend vor Kritikern, die nur gierig darauf spähen
Rechtschreibfehler zu finden oder sogar andere gravierende Dinge - welche den
Ruf vom Autor kaputt machen können, bevor dieser vielleicht noch angefangen
hat. Ein Lektor verbessert ja nicht nur die Rechtschreibung (wobei ich mich
sowieso nicht mehr auskenne, ob jetzt in der neuen oder immer noch in der alten
Reform geschrieben wird)sondern auch die Inhalte mit Absprache des Autors.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Für GANZ GANZ WICHTIG. Das Auge nimmt zuerst alles wahr. Und wenn alles passt, dann liest man auch viel anders
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
Mein Buch wird (leider) voraussichtlich 300-400 Seiten haben. Ich habe keine Ahnung wieviel ich ausgeben würde. Wenn ich einen Bekanntheitsgrad hätte, würde man mir das Buch aus den Händen reissen. Aber No-Name Autoren müssen immer zahlen, warten und hoffen. Warum bekommt man nicht einfach eine Chance?
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Also wenn der Verlag keinen Finger rührt wird es schwierig. Am liebsten
würde ich Fernsehwerbung, Radiowerbung machen - ist aber unmöglich
weil es sauteuer ist. Also bleiben dann nur mehr noch: ständig bei Buchhandlungen
anrufen und nachfragen, ob jenes Buch schon da ist.(Am bestem mit Stimmgenerator.)
Vielleicht legt sich die Buchhandlung dann welche auf Vorrat.
Zugleich würde ich jeweils ein Exemplar an Tageszeitungen schicken, mit
der Bitte um Kritik.
Was anderes fällt mir im Moment nicht ein. Doch:
Vielleicht stelle ich mich nackt auf einen Platz mit meinem Buch in der Hand.
So bekommt man die meiste Werbung und bekannt ist man auch gleich. :-)
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