Antworten: Dirk Schroeder
Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg
würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Dass es ganz wichtig ist, der Lebenszeit vor dem Tode reichlich Aufmerksamkeit
zukommen zu lassen. Wir werden nicht jünger.
Dies verbreite ich am liebsten digital, da es damit so einfach geht, derzeit
bevorzugt per Internet.
Weshalb schreibst du? Und seit wann? (Musstest du "immer
schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren
Zwang"?)
Ich schreibe seit meinem vierten Lebensjahr. Die literarische Textproduktion
begann aber erst im zehnten. Ein Zwang war nie dabei. Zum Glück kann ich
auch anderes - etwas spazieren gehen.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn
das, was du schreibst, fasziniert bejubelt und für dringend lesenswert
befunden?
Ja. Ob da einer ein zweites Mal lesen würde, weiß ich allerdings
nicht.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt?
Und? Was ist passiert?
Ja. Und es passierte das erwartete. Denn: selbstverständlich habe ich alles
brav vorher telefonisch abgesprochen.
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft
machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von
dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Dir ist langweilig und du hast Geld? Dann habe ich was für dich. (Mir ist
nämlich nicht langweilig, dafür habe ich auch kein Geld.)
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein
eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Gewiss, egal welches. Wenn ich es als Autor gut finde, dann sehe ich das auch
als Verleger so. Und das gute Buch (mit Sex & Crime oder Tipps und Tricks
drin) verkauft sich immer.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest
du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand
halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest?
Wirklich nichts. Warum? Weil ich kein Geld für die Buchherstellung ausgebe,
wenn ich's dann gar nicht verkaufen will.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir
Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung
deines Buches stark macht?
Bestimmt nicht. Wieso sollte er?
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen:
Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Aber ja.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B.
BoD)?
Viel. Da die 'etablierten' Verlage das, wofür sie sich loben, gar nicht
mehr leisten, geschieht es ihnen nur recht, dass jetzt jeder mit wenig Geld
zum Verleger werden kann. Ich hoffe allerdings noch auf die Aufhebung der Buchpreisbindung.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest,
es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Bist
du der Meinung, dass Lektoren doch "alles nur versauen" und deinen
tollen Text "kaputt machen" würden, oder denkst du, das könnte
vielleicht helfen?
Kommerziell publizieren - also Geld investieren - würde ich nie ohne Lektorat.
Das hilft, Peinlichkeiten und das Risiko eines Misserfolgs zu minimieren. Zudem
muss alles korrektur gelesen werden.
Was hältst du von einem professionellen Layout? Denkst
du, das Cover kriegst du locker allein hin? Oder hältst du für möglich,
dass ein Grafiker das vielleicht besser kann als du?
Wenn das Buch gar nicht in den Läden liegt - für eher gleichgültig.
Welchen Einfluss - meinst du - hat der Preis eines Buches
auf seine Verkäuflichkeit?
Nichts. Ich lese nur Rezensionsexemplare. (Der Preis hat weniger mit der Seitenzahl
als mit dem Inhalt zu schaffen. Für mittelmäßige Prosa eines
unbekannten Belletristen ist allerdings mit Libris BoD bei 150 Seiten kein attraktiver
Preis zu machen. Ok wären da 19,80 - aber das rechnet sich nicht.)
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Da mir für Fernsehspot und Verlagsvertreter (die zwei bringen's) das Geld
fehlt: mit Rezensionsexemplaren für Feuilletonisten, einer kleinen Lesereise,
einer hübschen Website, einem knalligen Titel und: Erpressung.