Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Eine Geschichte erzählen. Spannend, lustig, traurig und interessant - einfach unterhaltend!
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
In der Schule hatte in "Deutsch"
immer ein "fünf". Ich war wirklich schlecht! Später wurde
ich besser, dann begann es Spaß zu machen und bald war ich ziemlich gut.
Einen inneren Zwang habe ich nie gehabt. Schon gar nicht heute in meinem langsam
unangenehm höher werdenden Alter.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
Klar! Begonnen hat es, als ich auf einer Karibikinsel, auf der ich immer noch lebe, aus Langeweile ein kleines monatliches Hundemagazin herauagegeben habe. Auflage: Sage und schreibe 200 Stück! Alle auf dem PC selbst gedruckt und gebunden - und, natürlich, geschrieben. Zur eigenen Überraschung wollten das Leute sogar lesen. Folglich habe ich dann ein "richtiges" Monatsmagazin herausgegeben. Jeden Monat 36 Seiten füllen - und drucken lassen, ausfahren, Anzeigen hereinholen, kassieren und vieles mehr. Einige meiner Reportagen liegen heute noch in richterlichen Akten und helfen Banditen in Gerichtsverfahren zu überführen. Ob das allerdings ein Qualitätsmerkmal für meine "Schreibe" ist, ist eher zu bezweifeln.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Nein, mache ich auch nicht! Eigentlich bin ich ein netter Kerl, auch wenn meine deutschen Mitbürger auf dieser karibischen Insel mich zynisch und arrogant nennen - ich hasse es nur, wenn mir einer sagen will was ich zu tun und zu lassen habe. Und wie will man da einen Verlag finden?
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Na ja, es ist aus der Schublade heraus und geht jetzt in den Druck. Natürlich als BoD. Warum andere meinen Roman kaufen sollen? Das ist doch klar, keiner kann diesen (!) Roman besser schreiben als ich. Wobei sich "besser" natürlich nicht auf die Schreibtechnik bezieht.
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Ganz sicher! Es ist einfach ein Geschäft damit zu machen. Der Roman spielt auf einer karibischen Insel! Mit ein wenig geschickter Werbung kann man diesen Roman an Touristen verkaufen. Die hier lebenden Residenten kaufen ihn - fast - alle. Sie kennen meine "Schreibe". Der Roman spielt in einer "Umkehrwelt". Hunde nehmen die Rolle von Menschen ein. Ergebnis: Viele Hundefreunde kaufen den Roman. Der Protagonist ist ein sogenannter "Kampfhund", ein alternder Bulldog in vielen Kämpfen gestählt. Es gibt kaum Unterhaltungsliteratur für die große Zahl von Kampfhundefans. Da ich selber Züchter und Insider dieser Hunde bin, kommt diese Zielgruppe auch zu ihrem Recht! Wollen Sie noch mehr Gründe warum ein Verlag meinen Roman - das Manuskript kriegen sie nicht - kaufen sollte? Vielleicht noch einen - der Autor hat ein solch interessantes und bewegtes Leben geführt, dass alleine das Grund genug wäre den Roman zu kaufen.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Ob ich es gerade an meine Mutter verschenken würde weiß ich nicht. Aber so 1.000Euro wäre mir mein (!) Spaß schon wert. Wobei ich überzeugt bin, diesen Betrag wieder einzuspielen.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Nein.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Klar!
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Für solche unmöglichen Menschen wie mich der einzige Weg zum eigenen Buch.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Ein Lektorat ist zwingend notwendig! Es ist nicht möglich alle eigenen Fehler und Unachtsamkeiten selbst zu erkennen. Ich denke, ein gutes Buch wird durch ein Lektorat noch besser! Habe ich irgendwo einmal gelesen.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Beinahe, nein, genauso wichtig wie der Inhalt. Was nützt der beste Inhalt, wenn er durch ein mangelhaftes Cover gar nicht gelesen wird?
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
20 Euro
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Das ist natürlich das Grundproblem bei einem Selbstverlag. Hier auf der Insel habe ich für die Dezemberausgabe eines Magazins ein Interview gemacht. Im Januar werde ich ein Fernsehinterview in unserem Regionalsender machen - hört sich toll an, ist aber nur ein wirklich kleiner Sender! Wenn das Buch auf dem Markt ist, werde ich versuchen durch die vielen Touristenhotels zu tingeln und zu lesen. Weiter schreibe ich Foren meiner Zielgruppe.
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