Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Ich möchte für meine Leser gern etwas schreiben, das für sie nachvollziehbar ist, das realitätsnah, eben aus dem Leben gegriffen ist. Ich möcht etwas schreiben, mit dem sich möglichst viele identifizieren können, ich möchte, dass sich der Leser in dem wiederfindet, was ich schreibe. Ich möchte "Alltagsgeschichten" schreiben, verbunden natürlich mit dem gewissen Etwas und mit dem Besonderen, so, dass die Lektüre nicht langweilig wird. Ich schreibe gern längere Romane, aber jetzt auch Kurzgeschichten, weil ich denke, dass die Kurzgeschichten dem eher schnelllebigen Zeitgeist entsprechen.
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Ich schreibe in etwa seit meinem 16ten Lebensjahr, wobei das damals eher noch ausführliche Tagebuch-Geschichten waren. Aber schon bald danach verspürte ich diesen inneren Zwang, schreiben zu müssen. Aber "so richtig" hab ich erst angefangen, also, mit meinen langen Romanen, vor einigen Jahren. Ich denke, dass man zum "guten" Schreiben auch genug Lebenserfahrung braucht, die ich jetzt, als Frau, Mitte 30, auch habe. Mein erstes längeres Manuskript hab' ich dann mit ca. Mitte 20 geschrieben.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
"Nur" im Internet, aber immerhin, auf einer Literatur-Seite. Zählen "Leserbriefe" auch?! Ich hab eine Zeitlang gern Leserbriefe geschrieben, die allesamt gern veröffentlicht worden sind. Außerdem gab es vor einigen Jahren auch einen Bericht zum Thema "Mutter sein" von mir in einer Regional-Zeitung. Außerdem war ich vor Jahren Redakteurin für eine "Mutter-Kind-Zeitung" für ein Mütterzentrum.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Oh, "ein" Manuskript? Schon mehrere. Sie sind allesamt mit dem üblichen, nichts sagenden Absageschreiben zurück gekommen oder gar nicht mehr ...
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Ich würde sagen, dass ich "Alltagsgeschichten" schreibe, in denen man sich wiederfinden kann. Ich würde sagen, dass ich Dinge schreibe, die aus dem Leben gegriffen sind oder die sich zumindest jeder so oder ähnlich vorstellen kann. Ich schreibe realitätsbezogen, nie abgehoben. Und ich schreibe auch gern über die Liebe. Wer liest das nicht gern?! ;-)
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Ich würde meine Manuskripte kaufen, aus dem Grund, weil ich eben meine, dass sich viele Leser darin wieder finden, dass meine Manuskripte eine breite Leserschicht ansprechen, nicht nur einzelne. Ich glaube, dass ich etwas schreibe, das Männer UND Frauen gern lesen, und ich glaube auch, dass ich den Zeitgeist getroffen habe.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Nein, ich würde nichts dafür bezahlen. Vielleicht ist das überheblich. Aber ich möchte, wenn schon, dann dafür was bekommen, weil ich ja auch was geleistet habe. Alle guten Autoren verdienen Geld mit ihren Büchern und mit dem, was sie schreiben. Wenn ich meinen Freunden oder der Familie was von mir zum Lesen geben möchte, dann muss es kein gebundenes Buch sein, dann kann ich ihnen auch so die Manuskripte in die Hände drücken.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Das kann ich nicht beurteilen. Ich glaube: nein, oder?!
Um noch mal auf die Frage von eben zurück
zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu
sein?
Nein, das könnte ich mir nicht vorstellen.
Ich bin kein Verleger, sondern ein Autor.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Meinem Wissen nach ist das eher so eine Art "Druckerei", weil dort ja JEDER was drucken lassen kann. Außerdem denke ich, dass man damit das Buch nur sehr schwer an den Mann bringt. Wer soll das dann kaufen? Wer vermarktet das Buch? Ich glaube nicht daran und schreibe liebe weiter für meine Freunde und fürs Internet.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Natürlich wäre ein Lektor sinnvoll, darum geht es mir eigentlich, dass es da im Moment noch keinen Lektor gibt. Sinnvoll ist es, weil man immer wieder Fehler im Text hat. Das MUSS ein Lektor in den Händen halten. Jeder guter Autor hat einen Lektor. Ein Lektorat ist für mich nicht wegzudenken. Das fehlt eben absolut. Wer will schon was lesen, was noch kein Lektor in den Händen hielt?!
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Ist sehr individuell, aber wohl nicht unwichtig, weil es gleich ins Auge springt, also: schon wichtig!
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
zwischen 10,- und 20,- DM.
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Die beste Werbung ist wohl, wenn das eigene Buch groß im hiesigen Bücherladen prangert, das wäre gut. Werbung ist überhaupt sehr wichtig, wenn nicht das Allerwichtigste überhaupt. Nur so wird der Leser auf das Buch aufmerksam. Deshalb muss das Buch gut vermarktet werden. Das ist wichtig, damit es sich verkauft. Und dazu müsste es in einem guten Buchladen richtig angekündigt werden und natürlich auch in der regionalen Presse.
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