Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?
Ich verfaßte ein vierbändiges Werk mit dem Haupttitel: "Wege zum Erfolg im musikalischen Entertainment". Es handelt sich prinzipiell um Sachbücher aber mit stark unterhaltendem Hintergrund. Inhaltlich geht es darum, MusikerInnen, die als Profi oder Semiprofi Fuß fassen wollen, Möglichkeiten, Voraussetzungen, usw. umfassend darzustellen. Dies beginnt mit rein musikalischen Themen , dem Selbstmanagement, dem Management professioneller Unternehmen, und weiteren Themen. Am Ende jedes Bandes befinden sich ausführliche Interviewgespräche mit zwei international bekannten Musikern, die ihre Erfahrungen und Tips für "aufstrebende" Musiker weitergeben.
Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)
Das erwähnte Werk recherchierte ich etwa 10 Jahre und schrieb mir alles nach und nach formlos auf. In den letzten 2 Jahren verfaßte ich daraus ein Autorenmanuskript. Es war kein "innerer Zwang", vielmehr die Erkenntnis, daß für die anvisierte Zielgruppe von vielen tausend Musikerinnen, die jährlich eine Musikschule verlassen und mit Ihren Neigungen und Kenntnissen was anfangen wollen, keine umfassende Literatur vorhanden ist.
Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)
Im Rahmen meines Seminarbetriebes (www.pssm.de) werden Auszüge aus meinen Skripten an Teilnehmer verteilt. Bekannte, Freunde, u.a. Personen, die auch nur einen Teil des Skriptes gelesen haben, können es nicht erwarten, bis das Werk endlich erscheint. Darunter befinden sich auch hochkarätige Musiker, mit denen ich zwecks Recherche Kontakt aufnahm. Auch zahlreiche Musiker- und Musiklehrerkollegen fragen ständig nach, wann es mein Werk endlich auf dem Markt gibt.
Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?
Die Zahl der möglichen Verlage für meine Buchreihe ist im deutschsprachigem Raum sehr begrenzt. Die Art der Bücher, die anvisierte Zielgruppe, die Vermarktungsmöglichkeiten usw. schränken die Verlagslandschaft sehr ein. Etwa 50 Verlage habe kontaktiert. Etwa die Hälfte meldete sich überhaupt wieder, teilweise erst nach 8 Monaten. Von zwei Verlagen wurden zusätzliche Leseproben gewünscht. Andere äußerten sich positiv über Inhalt und Schreibweise, fanden es aber für ihren Verlag als unpassend. Mehrere Verlage teilten mit, daß die mögliche Zielgruppe, bzw. die mögliche Auflagenstärke wirtschaftlich uninteressant ist. Ein sehr bekannter Sachbucherleger schrieb mir persönlich und meinte, das hochinteressante Werk wird aus verschiedenen Gründen bei größeren Verlagen aus wirtschaftlichen Gründen kaum Zuspruch finden, und ich solle es bei kleinen Verlagen versuchen, oder es selbst verlegen. Andere meinten, daß ich als Autor in der Szene unbekannt bin und somit ein Risiko darstelle. In der Summe kamen eben Absagen mit oder ohne Begründungen.
Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)
Etwas ähnliches, was Inhalt und Schreibstil betrifft, existiert nach aktuellem Stand auf dem deutschsprachigem Buchmarkt nicht. Das Werk entstand nach über zehnjähriger aufwändiger und weltweiter Recherche. Es ist kein wissenschaftliches Werk, sondern es entstand aus der Praxis für die Praxis und bietet zudem spannende Unterhaltung.
Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)
Ja, ich würde es sofort kaufen. Eine klar definierte Zielgruppe ist vorhanden. Die Nachfrage und das Interesse dieser Zielgruppe für entsprechende Literatur ist ebenfalls als sehr hoch einzustufen. Das Marketing ist somit relativ einfach zu bewerkstelligen.
Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)
Das Manuskript entstand nach über 10 Jahre Recherchierarbeit und 2 Jahren Schreibarbeit. Es ist somit kaum bezahlbar.
Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?
Soweit ich das beurteilen kann, wird dies nicht der Fall sein. Es gibt auch keinen entsprechenden Verlag, der in meiner anvisierten Zielgruppe stark vertreten ist, bzw. sich mit dem Marketing dort auch auskennt.
Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?
Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben.
Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?
Sehr viel und diesen Weg werde ich auch gehen.
Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?
Ja, das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Ich bin noch auf der Suche nach einer sachkundigen Person, die mit mir das Vorlektorat macht. "BITTE MELDEN", wenn sich jemand dafür interessiert.
Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?
Ebenfalls für wichtig. Der erste Eindruck beim Leser entsteht schließlich optisch.
Wieviel würdest du für dein eigenes Buch ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?
Ca. DM 50,-
Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?
Internet, Fachzeitschriften, In meinen Seminaren, Evt. auf Messen zusammen mit ähnlichen Anbietern.
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