Antworten: Andreas Kühnapfel


Was willst du deinen Lesern als Autor mitteilen? Welchen Weg würdest du dazu gern nehmen (Fachbuch, Roman, Kurzgeschichte, Lyrik)?

Mir geht es in der Hauptsache um Unterhaltung. Im Gegensatz zu vielen anderen stehe ich nicht immer auf dem Standpunkt, dass jede Geschichte einen Sinn machen muss. Sie darf auch ruhig mal einfach nur unterhalten. Warum immer den erhobenen Zeigefinger?

Seit wann schreibst du? (Musstest du "immer schon " schreiben? Unter diesem nicht recht zu beschreibenden "inneren Zwang"?)

Ich habe 1987 angefangen. Damals war es Frustbewältigung, später wurde es Hobby, nun ist es Leidenschaft.

Haben schon andere Leute als deine Freunde/Verwandten/Nachbarn das, was du schreibst, für lesenswert befunden? (Mit anderen Worten: Gibt es schon Veröffentlichungen von dir?)

Bisher nur auf meiner HP (www.kuehnapfel.de). Ansonsten arbeite ich gerade daran, meine erste Veröffentlichung per BOD in die Reihe zu kriegen.

Hast du schon mal ein Manuskript an einen Verlag geschickt? Und? Was ist passiert?

Nein. Bisher habe ich mich damit beschieden ab und an mal anzufragen, doch irgendwie hat man da ein Problem sofern man nicht Simmel, Konsalik oder King heisst. Und Umtaufen kommt für mich nicht in Frage. Ich finde meinen Namen gut.

Mit welchen Worten würdest du jemand anderem schmackhaft machen, dir das, was du geschaffen hast, abzukaufen? (Nimm vielleicht ein Beispiel von dem, was du gerade - leider noch unveröffentlicht - in der Schublade hast.)


Das kommt immer auf das Buch an. In der Hauptsache meine ich, dass ein Buch unterhalten muss. Ich will es an einem verregneten Abend in die Hand nehmen, aufschlagen, ein paar Menschen kennenlernen und sie ein Stück ihres Weges begleiten.
Wenn ich ein Buch schließe, muss ich das Gefühl haben, Freunde zu verlassen.
Und das Gefühl hat der Leser meiner Geschichten.

Stell dir vor, du wärst Verleger. Würdest du dein eigenes Manuskript kaufen? (Und weshalb?)


Vermutlich schon. Ich würde allerdings sagen :" OK, ich nehme das Ding, veröffentliche es, und wir rechnen dann anhand der Umsatzzahlen, die das Ding bringt, ab."

Wie hoch wäre deine finanzielle Schmerzgrenze, was würdest du dafür ausgeben, wenn du dafür dein Manuskript gebunden in der Hand halten und großzügig/stolz (an deine Mutter z.B.) verschenken könntest? (Wenn du nichts dafür zahlen würdest: Warum nicht?)

Ich weiss, das eine Freundin von mir 3000,- DM dafür ausgegeben hat.
Ich denke auch, das ist eine korrekte Summe bei Neulingen.

Bist du der Überzeugung, dass ein Verlag, der von dir Druckkostenzuschuss verlangt, sich anschließend für die Bewerbung deines Buches stark macht?


Ich glaube, wenn ein Verlag von mir Zuschüsse will, dann ist er mit Sicherheit an der falschen Adresse.
Zuschüsse kann er sich beim Staat holen.
Ich will meine Buch verlegt haben, keine Verlage subventionieren.

Um noch mal auf die Frage von eben zurück zu kommen: Könntest du dir wirklich vorstellen, dein eigener Verleger zu sein?


Ja. Warum auch nicht. Ich habe in meinem Leben so viel selber machen müssen, habe so viel lernen können. Was sollte mich daran hindern?

Was hältst du von Printing on Demand-Anbietern (wie z.B. BoD)?


Halte ich für eine gute Sache. (siehe Frage 2)
Wenn ich auf seriöse Anbieter zurückgreife, sollte das meiner Meinung nach in Ordnung sein.
Die Risiken liegen dann zwar bei mir, aber dafür sind sie auch denkbar gering.

Was würdest du - falls du dich entschließen solltest, es einmal mit Printing on Demand zu versuchen - von einem Lektorat halten? Meinst du, ein Lektorat wäre sinnvoll? Und warum?


Ich glaube, dass ein professionelles Lektorat durchaus Sinn macht. Aber das würde natürlich die BoD Kosten wieder in die Höhe treiben. (Zumindest wenn man das ganze halbwegs wirtschaftlich betreiben will.)
Daher ist es gut wenn man private Kontakte hat, die sich Zeit und Mühe nehmen.

Für wie wichtig hältst du das Layout des Satzes und des Covers?


Enorm.
Vergleichen wir das Ganze mal mit einem guten Essen. Nehmen wir meine Leibspeise: T-Bone Steak, Kartoffelpüree und Gemüse.
Ich kann das ganze einfach auf den Teller kippen, das Püree verschmiert das Steak, ein paar Erbsen kullern über den Teller und der Rand ist verschmiert. Dann nehme ich einen zweiten, etwas größeren Teller, nehme ein Steak vom selben Tier, Püree und Gemüse aus denselben Töpfen, teile es schön auf, alles an seinen Platz.
Garniere das ganze noch etwas, indem ich an den Rand ein Salatblatt mit einer Tomate lege und über den ganzen Teller noch etwas gehackte Petersillie streue.
Dann halte ich jemandem beide Teller hin, lasse ihn wählen und welchen Teller wird er wohl ergreifen??
Ähnlich ist das mit einem Buch. Ich gehe in den Handel und nehme mir ein Buch zur Hand. Ist nicht immer das Cover der erste Eindruck?
Genau da sehe ich auch ein Problem bei BoD.
Jemand der Kreativität genug zum Schreiben hat, muss nicht automatisch auch genug haben, um ein Cover zu gestalten.

Wieviel würdest du für dein eigenes Buch im Buchhandel ausgeben, wenn es z.B. 150-200 Seiten hat?


16,80 DM, wenn es ein Taschenbuch ist.
Gebunden 24,80 DM :-)

Wie stellst du dir die Werbung für dein Buch vor?

Da würde ich mich eher zurückhalten. Von Marketing verstehe ich so viel wie mein Hund Jerry Lee vom Eier legen.
Ich denke mal, dass es auch auf den Inhalt ankommt. Das erste Buch, welches in den nächsten Wochen veröffentlicht wird, ist mehr oder weniger (wie ich diesen Ausdruck hasse. Was denn nun: Mehr? Oder weniger?) ein Kinderbuch für Erwachsene.
Nachfolger werden sich eher im Fantasybereich bewegen.
Wie will man das verallgemeinern?



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